WhatsApp künftig mit Werbung - wie geht es weiter?

Mittwoch, 07. November 2018, von Michael Beez

Die Nachricht hat viele WhatsApp Nutzer schockiert. Ab Februar 2019 wird der Messenger Dienst mit Werbung aufwarten und soll primäre Einnahmequelle der App werden. Im Zuge dieser Nachricht kursieren auch an dieser Stelle viele Fake-News mit überbordender Werbung innerhalb der App. Wir haben uns einmal mit den Plänen von WhatsApp auseinandergesetzt und erklären warum dies im Widerspruch zu der Idee der Gründer steht und weswegen diese das Unternehmen verlassen haben.

Der inzwischen zum Facebook Konzern gehörende Messenger WhatsApp wird mit dem im Februar erscheinenden Update nun doch auch Werbung enthalten. Die Werbung soll aber, entgegen vieler im Netz befindlicher Berichte, nur auf das Status-Update-Fenster beschränkt bleiben welches die Entwickler 2017 hinzugefügt hatten. Dazu Chris Daniles (WhatsApp Vice CEO) gegenüber dem indischen TV-Sender Ndtv: "Wir werden Werbung im Status-Fenster einführen. Das wird die primäre Monetarisierungsmethode für das Unternehmen sein - genauso wie eine Möglichkeit für Unternehmen, Leute in WhatsApp zu erreichen."

Dabei ist das nun genau das, was die WhatsApp Gründer nicht wollten. Bei der Übernahme ließen Sie sich vertraglich festschreiben, dass Facebook die App für mindestens fünf Jahre werbefrei halten wird. Diese Frist läuft im Februar 2019 aus. Zu verlockend war da wohl das große Werbe-Potenzial, welches im Messenger schlummert. Weltweit nutzen bislang noch knapp 1,5 Milliarden Menschen den beliebten Nachrichten-Dienst.

Alles potenzielle Werbekunden die man gezielt ansprechen möchte. Facebook verwendet dazu bereits auf der eigenen Plattform Tools und Analysewerkzeuge um Werbekunden möglichst passende Reklame einzublenden. Genau das soll über kurz oder lang nun auch bei WhatsApp passieren. Wie und in welchem Umfang hier weitere Maßnahmen geplant sind – dazu hält sich der Konzern bedeckt. Für Facebook scheint WhatsApp nur eine Geldspeicher zu sein, die man nun endlich anzapfen möchte. 

Dabei widerspricht genau das dem Ansatz mit dem man damals WhatsApp gründete. Ursprünglich als einfacher Messaging-Dienst von Brian Acton und Jan Koum gegründet, mauserte sich die App binnen kürzester Zeit zu einem der erfolgreichsten Internet Dienste überhaupt. Was natürlich dafür sorgte, dass über kurz oder lang Facebook auf den Dienst aufmerksam wurde und Acton sowie auch Koum mit der Übernahme durch Facebook steinreich machte. Die Gründer hielten jedoch an Ihrem Grundsatz fest, die App so zu belassen wie Sie war. Einfach, schlicht, ohne störende Werbung und mit einer hochwertigen Verschlüsselung der Textnachrichten ausgestattet. Genau diesen Grundsatz hat man nun aber wohl vollends ausgehebelt. Sowohl Koum als auch Acton erheben inzwischen schwere Vorwürfe gegen die Facebook-Chefs Zuckerberg und Sandberg die sowohl die potenzielle Werbefläche WhatsApp gewinnbringend nutzen wollen, als auch die Verschlüsselung über kurz oder lang zur besseren Werbung abgeschaltet werden soll.

Es bleibt also spannend wohin die Reise mit WhatsApp gehen wird. Inzwischen scheinen sich aber viele Nutzer nach anderen, sichereren und werbefreien Alternativen umzusehen. Apps wie Threema, Telegram etc. profitieren davon und vermelden ansteigende Userzahlen.


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